
Sumiko S. (69) aus Osaka, Japan; als Besucherin in Österreich.
Ich bin Mitglied der Friedensorganisation Servas, die Menschen auf der ganzen Welt untereinander in Kontakt bringt. Ungarn und Österreich sind die ersten Länder in Europa, die ich besucht habe.
Eine meiner österreichischen Gastgeberinnen hat in ihrem Urlaub ein Kanu gebaut. Und Freundinnen und Freunde sind zum Zuschauen auf Besuch gekommen. Dabei sind alle berufstätig! Das hat mich sehr beeindruckt. In Japan haben wir während unseres aktiven Arbeitslebens keine Zeit für Hobbies. Wir haben zwar Anspruch auf 20 Tage Urlaub im Jahr. Doch die meisten Menschen konsumieren ihren Urlaub nicht, weil sie nicht als faul gelten -wollen.
In Österreich arbeiten viele Menschen freiwillig Teilzeit, damit sie mehr Zeit haben. Das hat mich überrascht und erscheint mir nachahmenswert. Ich habe erst in der Pension angefangen, das Leben wirklich zu genießen.
In Japan sind die Menschen nach der Arbeit so erschöpft, dass sie im Zug oder in der U-Bahn einschlafen. In Wien habe ich viele Menschen gesehen, die auf dem Heimweg in der U-Bahn noch ein Buch lesen können. ki